Die emotionale Finanzfalle – (d)ein Eigenheim

Ein Eigenheim ist etwas sehr emotionales. Da dürfen es ruhig mal die teureren Fliesen im Bad sein. Oder das mit der großen Doppelgarage oder dem etwas größeren Garten. Schließlich kauft oder baut man ja nur einmal im Leben.
Außerdem schafft man was für die Kinder, denen soll es ja mal besser gehen. Und im Alter kann man dann mietfrei wohnen. Das eigene Haus, eine Investition für’s Leben!

Am Arsch die Räuber! Wie Bodo Bach so schön sagt.

Mit der Unterschrift auf dem Kauf- und dem Kreditvertrag hast du dir dein eigenes Hamsterrad geschaffen, aus dem du so schnell nicht mehr raus kommst. OK, Du kannst die Wände deines Hamsterrades hübsch tapezieren und Blumen davor pflanzen. Da strampelt es sich die nächsten 25 oder 30 Jahre doch gleich viel schöner.

Deine Kinder wollen die alte Hütte später eh nicht. Sind nur scharf auf die Kohle. Wohnen doch schon längst in Hamburg, München oder im Ausland. Das mit dem mietfrei wohnen stimmt auch nur so grob, denn nach 30 Jahren ist doch einiges am Haus zu machen. Ein Teil deines Ersparten geht dafür drauf oder du brauchst sogar wieder einen Kredit. Wenn du denn als Rentner überhaupt einen bekommst. Im übrigen ist dir das Haus seit die Kinder ausgezogen sind viel zu groß. Verkaufen kannst Du es aber nicht, weil du dich damals für ein Leben auf dem Land entschieden hast. Nur da will keiner mehr leben und rundum gibt es genug leerstehende Häuser zum Verkauf. Glückwunsch, wenn du dein Haus im richtigen Vorort einer größeren Stadt gekauft hast und der Wert deiner Immobilie gestiegen ist.

Da sind wir auch schon bei dem Wort „Investition“. Eine Investition ist, wenn Du vorher schon weißt, dass du Gewinn damit machst, wenn du Geld damit verdienst. Ein Eigenheim ist eine Verbindlichkeit, die kostet Geld. Du bist den größten Teil deines Lebens damit beschäftigt für diese Verbindlichkeit zu arbeiten. Deine Lebenszeit zu verkaufen. Du beraubst dich deiner Freiheit. Ein Leben läuft nicht immer nur geradeaus. Es gibt Aufs und Abs und es geht mal plötzlich links ab statt rechts. Und wenn du aber weiter geradeaus rennen mußt in deinem Hamsterrad, dann wirst du krank, läßt dich scheiden oder schluckst Tabletten. Weil du meinst nicht anders zu können. Weil das eben so ist. Weil man das so macht. Und den anderen geht es ja auch nicht besser. Du wirst mutlos und fügst dich deinem Schicksal. Deine Träume hast du schön längst aufgegeben, kannst dich gar nicht mehr daran erinnern.

Wieviele gibt es da draußen, denen es genau so geht? Die krank sind von ihrem Job, die aber daran festhalten, weil sie das Geld so dringend brauchen. Für die Hypothek und den Autokredit. Die Angst haben, ihre Situation zu ändern, denn einen Fehler können sie sich nicht leisten.

Vielleicht etwas dramatisch. Ich bin überzeugt, bei vielen ist es genau so. Kenne aber auch Menschen da läuft es etwas besser. Ich möchte dich hier einfach nur sensibilisieren. Zum Nachdenken bringen.

Wie könntest du das mit dem Eigenheim also besser hinbekommen?

Mieten ist für den Eigenbedarf oft billiger und unkomplizierter, wenn sich dein Wohnbedarf ändert. Und für den Kauf einer Immobilie als Investment kannst du wirtschaftliche Kriterien heranziehen, also die günstigeren aber trotzdem schönen Fliesen im Bad verlegen.

Von dem Eigenkapital, das du in dein Eigenheim stecken wolltest, zahlst du zwei, drei, vier kleine Wohnungen in einer Stadt an, die du vermietest. Wenn da mal eine Wohnung leer steht, ist das nicht so schlimm, als wenn du nur eine große Wohnung zum vermieten hast und die mal leer steht. Die Wohnungen werden also von deinen Mietern abbezahlt. Nach 20 Jahren ist der Kredit weg und du kannst zum Teil oder ganz von den Mieteinnahmen leben. Oder weiter investieren. Oder / und dir dein Eigenheim kaufen. Du bist einfach viel freier, weil du noch die Mieteinnahmen deiner Wohnungen hast.

Übrigens, wenn du in deinem Eigenheim etwas reparieren oder renovieren lassen mußt, zahlst du das von deinem Nettoeinkommen, also vom schon versteuerten Einkommen. (Ok, bisschen was kannst du absetzen, aber vergiss es.) Wenn du an deinen Mietwohnungen Reparaturen bezahlen mußt, dann gehen die zu erst von deinen Einnahmen ab und dann kommt erst die Steuer. Ein riesen Unterschied also. (Ich bin kein Steuerberater, also frage da vorher noch mal wen, der sich damit so richtig auskennt. Ich will dich ja nur zum Nachdenken anregen.)

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