Die Deutsche Bank und 18.000 Menschen – die Zweite

Taunusanlage mit der Deutschen Bank im Hintergrund

Ich gehe ja immer mal so die letzten Tage durch, was so war und was ich besser machen kann.

Da bin ich diese Woche bei einem Facebook-Post hängen geblieben. Hier erstmal die Kopie von meinem Insta-Account, damit Du weißt, um was es geht.

Hier der ganze Text:

Du machst einen Job, den dir deine Eltern verordnet haben?

Und heute kannst Du nicht mehr ruhig schlafen, weil nichts mehr sicher ist? „Gehe in die Bank, da hast Du einen sicheren Job und verdienst gutes Geld“, hatte mir mein Vater damals Ende der 80er gesagt. Damals war ich dann auch tatsächlich bei der Deutschen Bank.

Bald stehen wieder 18.000 Bänker auf der Straße. Da ist es doch cool, wenn man einen Plan A hat, so lange Plan B noch funktioniert.

Und ich bin so froh, dass ich seit einigen Jahren meine Leidenschaft lebe und mir einfach nebenbei noch eine Sicherheit aufbaue.

Wie ist es bei Dir? Vertraust Du weiterhin auf deinen sicheren Job?

Der Post wurde von ein paar Leuten kommentiert. Ich glaube, es kam polemisch drin vor. Jedenfalls hatte ich ein paar Bänker dazu gebracht, sich kritisch zu dem Post zu äußern. Meine Reaktion war: ok, denke ich noch mal drüber nach, ich will ja keinem aufs Füßchen treten und habe den Post kurzerhand gelöscht.

Ja, und genau das war unüberlegt von mir, das Löschen des Postes. Denn steht da drin, dass ich Banken scheiße finde? Nein! Steht da drin, dass ich was gegen Banken habe? Nein! Schließlich war ich selbst insgesamt über 17 Jahre in zwei Banken tätig, dafür bin ich auch dankbar. Und ich weiß, dass da viele tolle Menschen arbeiten. Also, was steht in meinem Post? Dass die Deutsche Bank 18.000 Menschen auf die Straße setzt. Ist ja auch so.

Und wenn sich da jetzt wer aufs Füßchen getreten fühl, ist das nicht mein Problem, sondern seins. Ich kann mit dem Post gut leben. OK, ich würde heute „verordnet“ gegen „vorgeschlagen“ tauschen, aber sonst nix.

Wie ein Mensch auf eine bestimmt Situation reagiert, hängt ja immer von seiner eigenen, inneren Wahrheit ab und davon, welche Bedeutung er den Dingen gibt und wie er sie selbst für sich interpretiert. Und da habe ich wohl bei dem ein oder anderen was getriggert.

Also, worauf will ich mit meinem Post aufmerksam machen? Darauf, dass selbst ein früher so als super sicher angesehener Bankjob heute eben nicht mehr so sicher ist. Ist so neu aber auch nicht mehr. Auch andere Banken haben Stellen abgebaut. Nicht so offensichtlich, wie aktuell die Deutsche, aber wenn freie Stellen über lange Zeit nur intern besetzt werden und Mütter, die aus dem Mutterschutz kommen, ein Job 65 km entfernt für halbe Tage angeboten wird, wie es zum Beispiel einer Freundin von mir ging, ist das nichts anderes. Halt eine andere Art der Kündigung.

Warum genau die Deutsche Bank 18.000 Leute entläßt, ich weiss es nicht, ist mir auch egal. Ich habe mein eigenes Leben, meine eigenen Herausforderungen über die ich mir Gedanken mache. Machen leider viel zu wenige, lieber reden sie über andere (ja, habe ich früher auch gemacht), als sich mal Gedanken über sich selbst zu machen. Nur mal so zum drüber Nachdenken. Ich wünschte, dass mich da mal früher wer drauf gebracht hätte. Aber vielleicht wollte ich es damals auch nicht sehen.

Also… Thema Jobs und die „Digitalisierung“. Was sie uns bringen wird, werden wir sehen. Irgendwann kommen auf jeden Fall die selbstfahrenden Autos nach Deutschland. Was ist dann mit den Taxifahrern? LKW- und Busfahrern? Die Arbeitswelt wird sich radikal ändern, auch in anderen Bereichen. Wie werden die 3D-Drucker den Arbeitsmarkt verändern? Den Kopf in den Sand stecken und hoffen, es zieht an einem vorbei, funktioniert hier nicht.

Auch ich mache mir Gedanken über die Zukunft meines Jobs als Fotograf. Die neuen Handykameras sind geil, wenn man weiß wie, kann man da echt klasse Bilder mit machen. Auch die größeren Kameras werden immer besser und digital kostet ja nix, also mal 100 Fotos gemacht, wird schon was dabei sein. Ich weiß nicht, wie sich die Fotografie entwickeln wird, was in 5 oder 10 Jahren aus meinem Job geworden ist. Aber ich bin offen für neue Möglichkeiten, für weitere Einkommensquellen. Wer Biografien und andere Bücher erfolgreicher Menschen liest, findest das in so ziemlich jedem Buch. Diese Leute verlassen sich nicht nur auf ein Einkommen, sie haben verschiedene Einkommensquellen. Und vor allem tauschen sie nicht ihre Zeit gegen Geld.

Meine Frau und ich haben eine einfache Möglichkeit gefunden und es ist das geilste Business, das wir kennengelernt haben.

Ich kann nur jedem ans Herz legen, sich für andere Wege zu öffnen und sich einen Plan B auf zu bauen, so lange Plan A noch funktioniert.

So, und wenn ich jetzt bei Dir was getriggert habe, denke einfach mal drüber nach, bevor Du die Schuld bei mir suchst.

1 Comment

  • Monika Sauer 2 Monaten ago Reply

    Hey Andreas,
    Einfach nur Applaus 👏!!!
    Sehr wahre und tiefgründige Worte!
    Mich haben sie berührt!
    Danke 🙏

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